Google Pay startet in Deutschland

von | 2018-08-10T10:35:54+00:00 27.06.2018|Mobile Payment, Payment|
Das Bezahlen mit dem Handy ist mit dem neuen Dienst und einem Android-Handy nun auch in Deutschland möglich. Experten beobachten Google Pay mit Interesse, sind jedoch in Sachen Datenschutz skeptisch.

Bargeld ist nach wie vor eines der liebsten Zahlungsmittel der Deutschen. Während es in den Niederlanden, Schweden und Dänemark oft üblich ist, im Geschäft oder im Restaurant kontaktlos mit Kreditkarte oder mit dem Handy zu bezahlen, spielen Scheine und Münzen in Deutschland immer noch eine maßgebliche Rolle. Durchschnittlich hat jeder Deutsche 103 Euro im Portemonnaie dabei. Damit ist Deutschland aber in Europa und weltweit nicht allein: Auch in Österreich, der Schweiz und in Japan ist der Bargeldanteil ähnlich hoch, wie Professor Jürgen Moormann von der Frankfurt School of Finance & Management erklärt. Zwar gehe dieser zurück, allerdings mit etwa zwei Prozent pro Jahr nur langsam. 80 Prozent der Zahlungen werden mit Bargeld ausgeführt.

Wie Google Pay funktioniert

Der Internet-Konzern Google hat seinen Bezahldienst Google Pay nun auch in Deutschland gestartet. Es ist das 19. Land mit Google Pay. Das Unternehmen baut darauf, dass sich das Bezahlen per Smartphone auch hierzulande durchsetzt. Zum Zahlen hält man das Smartphone an ein Lesegerät an der Kasse. Auch bei Online-Käufen kann künftig per Google Pay bezahlt werden. Wer mit Google Pay bezahlen will, braucht ein Smartphone mit Android-Version 5.0 oder höher, und die Google-Pay-App. Dieses nutzt die Nahfeldkommunikation NFC und kann sich so mit einer entsprechenden Kasse verbinden. In der App müssen die Nutzer eine Visa- oder Mastercard- Kreditkarte hinterlegen. „Allerdings ist der Kreis der teilnehmenden Banken zu gering, um eine große Breitenwirkung zu entfalten“, so Moormann. Partner von Google Pay sind derzeit die Commerzbank, Comdirekt sowie die Online-Banken N26 und Boon. Zum Bezahlen ist weder die Eingabe der Karten-PIN noch eine Unterschrift auf dem Zahlungsbeleg notwendig. Erst bei Beträgen ab 25 Euro muss der Kunde die Gerätesperre deaktivieren.

Mit dem iPhone kann der Dienst nicht genutzt werden. Konkurrent Apple hat seit Herbst 2014 ein ähnlich funktionierendes Bezahlsystem, das schrittweise auch in Europa eingeführt wird. Doch wann Apple Pay hierzulande startet, ist nicht bekannt.

Noch mehr Daten für Google?

Branchenexperte Moormann steht dem Google-Dienst skeptisch gegenüber. „Eigentlich braucht das kein Mensch“, sagt er – und meint damit die Weitergabe von noch mehr Daten, die freiwillig und zentral gespeichert auf Plattformen von US-Technologiekonzernen landen. Vordergründig wolle Google in Deutschland Marktanteile vor seinem Rivalen Apple sichern. Im Kern bleibe aber die spannende Frage, was Google mit den Daten über das Kauf- und Zahlungsverhalten mache. Denn Google bekommt keinen Anteil an den Transaktionen, verdient mit dem Dienst also kein Geld. Und je mehr Daten Google über jemanden hat, desto zielgenauer kann es ihn ansprechen.

von | 2018-08-10T10:35:54+00:00 27.06.2018|Mobile Payment, Payment|

Über den Autor:

Marco M. Runge

Marco M. Runge ist PR- & Marketing-Manager der Novalnet AG.