Der Digitalverband Bitkom hat die Ergebnisse einer in Deutschland durchgeführten, repräsentativen Telefonumfrage zum Thema „Kryptowährungen“ veröffentlicht. Bitkom Research befragte im Auftrag des Verbands 1.004 Personen ab einem Alter von 16 Jahren. Ziel war es, den allgemeinen Informationsstand und die Akzeptanz dieser Alternativen zu erfassen.

Was die deutsche Bevölkerung von Kryptowährungen hält

68 Prozent der Befragten hatten bereits von Kryptowährungen gehört. Von dieser Gruppe kannte etwa die Hälfte den Vorteil schneller und kostengünstiger Transaktionen, mit denen auch das Bezahlen von kleinen Beträgen über das Internet kein Problem ist. 15 Prozent würden auf diese Weise gern direkt in einem Messenger Transaktionen ausführen können. Für 61 Prozent kommt die Nutzung von Kryptowährungen aktuell jedoch nicht infrage, weil sie ihnen zu kompliziert erscheinen.

62 Prozent der bereits über Kryptowährungen informierten Bürger sind allerdings der Meinung, dass dieses Thema nur für Spekulationen interessant ist. 60 Prozent sehen die Gefahr einer Machtsteigerung der großen Tech-Konzerne und 51 Prozent meinen, dass die Ausgabe von Währungen Notenbanken vorbehalten sein sollten. An diesen Ergebnissen ist noch eine deutliche Skepsis innerhalb der deutschen Bevölkerung gegenüber Kryptowährungen erkennbar.

Kryptowährungen im Onlinehandel

Es gibt bereits Onlinehändler, die das Bezahlen mit Kryptowährungen ermöglichen. Die Umfrageergebnisse zeigen jedoch, dass das im Moment noch kein Muss ist. Den Vorteilen geringer Transaktionsgebühren und der zusätzlichen Zahlungsmöglichkeit für Kunden steht auch immer das Risiko enormer Kursschwankungen gegenüber. Wenn ein Onlinehändler regelmäßig hohe Bestände an Kryptowährungen hält, kann ein deutlicher Kursverlust problematisch werden. Natürlich sind auch Gewinne durch Kursanstiege vorstellbar. Für Händler ist es trotz der aktuellen Situation empfehlenswert, Kryptowährungen nicht generell abzulehnen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung wird weiter steigen, sodass sich die vorausschauende Beschäftigung damit lohnt.

Patrick Hansen, Bereichsleiter Blockchain bei Bitkom e. V., weist auf die Chancen der Kryptowährungen hin, vor allem für Transaktionen im Zusammenhang mit dem Internet of Things. Zudem erwartet er mittelfristig die Entwicklung staatlicher Digitalwährungen wie der E-Krone und dem E-Euro. Diese wären stabiler als Bitcoin & Co. und damit auch für den Onlinehandel interessanter. Das gilt generell für Stablecoins, die an eine nationale Währung oder andere Vermögenswerte gekoppelt sind. Zu diesen würde auch die von Facebook geplanten Kryptowährung Libra gehören.

Allgemeines zu Kryptowährungen

Kryptowährungen sind virtuelle Zahlungsmittel in dezentralen, nicht staatlich regulierten Zahlungssystemen. Am bekanntesten ist der Bitcoin. Die Währungen Ether des Projekts Ethereum und XRP des Netzwerks Ripple sind weitere Beispiele. Insgesamt gibt es derzeit mehr als 2.700 Kryptowährungen, die nicht miteinander kompatibel sind. Jede hat ihre Besonderheiten und beruht auf anderen Regeln und Technologien.

So lassen sich mit Bitcoin weltweit zu vergleichsweise geringen Gebühren Transaktionen durchführen. Diese laufen nicht über eine Bank, sondern erfolgen direkt. Dabei verhindert die Blockchain-Technologie Manipulationen. Der Tausch nationaler Währungen in Bitcoin und wieder zurück ist auf Kryptomarktplätzen möglich.