Deckelung der Kreditkartengebühren auf 0,3 Prozent vorgesehen

Gedeckelt werden sollen laut den Plänen des EU-Parlaments die Verarbeitungsgebühren, die Banken untereinander definieren und von Händlern verlangen, wenn ein Kunde beim Einkauf mit einer EC- oder Kreditkarte bezahlt. Insgesamt würden pro Jahr rund zehn Milliarden Euro an Kreditkartengebühren fällig, so die EU-Kommission. Getragen würden diese Kosten letztlich von den Verbrauchern, da die Händler die Kosten in der Regel auf die Verkaufspreise aufschlagen. Um Händler und Verbraucher zu entlasten, sollen die Verarbeitungsgebühren für den Einsatz von Kreditkarten künftig auf 0,3 Prozent der Kaufsumme gedeckelt werden. Wird die EC-Karte verwendet, soll die Gebühr 0,2 Prozent, höchstens jedoch sieben Cent betragen. Dabei würde keine Unterscheidung zwischen inländischen und grenzüberschreitenden Transaktionen gemacht.

Kreditkartenbranche droht Erhöhung der Jahresgebühren an

Nach Ansicht der Abgeordneten würde eine Deckelung der Kreditkartengebühren eine Senkung der Verbraucherpreise nach sich ziehen, da die Händler die geringeren Kosten an die Kunden weitergeben könnten, erklärt der EU-Parlamentarier Peter Simon (SPD). Die Kreditkartenbranche zeigt sich von den Plänen wenig begeistert und droht bei entsprechender Umsetzung der Pläne von Kreditkartenkunden höhere Jahresgebühren zu verlangen. Auf diese Weise würde das Vorhaben des EU-Parlaments zulasten der Kunden gehen. Das EU-Parlament stimmte darüber hinaus auch für einen Vorschlag, demzufolge Online-Zahlungen via Kreditkarte sicherer und transparenter gestaltet werden sollen. So sollen Kunden von Online-Händlern detaillierte Informationen über die Transaktionskosten erhalten. Sollte ein Kunde seine Kreditkarte verlieren oder wird sie ihm gestohlen und daraufhin Geld abgehoben, hat innerhalb von 24 Stunden eine Erstattung der Beträge auf das zugehörige Girokonto zu erfolgen. Allerdings übernimmt der Kunde einen Haftungsanteil in Höhe von 50 Euro.