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Mobile Payment – der Durchbruch will einfach nicht gelingen

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Obwohl die Zahl der Smartphone Besitzer unablässig wächst - die in Deutschland angebotenen mobilen Bezahlsysteme setzen sich an der Ladentheke bisher nicht durch. Selbst wenn die Suche nach Angeboten und der Preisvergleich der Waren mit dem Handy erfolgen, an der Kasse zücken die Menschen ihre EC-/Girokarte und die Geldbörse. Die meisten Kunden haben zwar bereits von Mobile Payment gehört, doch Details zur praktischen Nutzung oder deren Vorteile kennen die wenigsten.

Der Mangel an Information ist es aber nicht allein, wie die neue Studie „Mobile Payment am Point of Sale – Der Weg in den Alltag der Konsumenten“ des ECC Köln zeigt.

Unterschiedliche Verfahren und Systeme auf dem Markt

Mobile Payment am Point of Sale (PoS) erfolgt in verschiedenen Varianten. Bei der Near Field Communication (NFC) bewegen die Nutzerinnen und Nutzer das NFC-fähige Endgerät wenige Zentimeter vor einem Terminal im Kassenbereich. Dies ist ein schnelles und bei höheren Beträgen mit PIN gesichertes Verfahren. Inzwischen gibt es Tausende Akzeptanzstellen.

Aufwendiger ist die Bedienung einer App, mit der ein QR-Code vom Bildschirm einzuscannen und die Bezahlung durch PIN-Eingabe auszulösen ist. Der Vorgang bedarf aktiveren Handelns durch die Bediener und vermittelt ein größeres Gefühl der Sicherheit.

Eine reine App Anwendung erleichtert die Bedienung speziell dafür ausgelegter Automaten. So können Snacks oder Getränke direkt mit dem Smartphone vor dem Gerät ausgewählt und bezahlt werden. Alle Optionen bieten gute Sicherheitsstandards, stoßen jedoch auf verschiedenste Vorbehalte.

Vielzahl von Hürden für die Anwender

Das geringe Wissen über Mobile Payment ist das erste Hindernis, das potenziell für diese Methode aufgeschlossene Konsumenten überwinden müssen. Die Informationsdefizite beziehen sich auf Sicherheitsaspekte, wie die Verschlüsselung persönlicher Daten, Fragen zur Gewährleistung, die Anfälligkeit für Fehler der Systeme oder eine ausreichende Netzabdeckung.

Darüber hinaus bestehen Unsicherheiten zur Kompetenz des Personals an den Kassen. Viele fürchten eine unnötige Behinderung des Betriebs durch die Zahlung mit dem Smartphone oder zweifeln an der Leistungsfähigkeit des eigenen Gerätes.

Der Ablauf des Zahlungsvorgangs ist den Anwendern nicht geläufig. Begrenzte Einsatzmöglichkeiten und zu wenig Gelegenheit, die Bezahlvariante regelmäßig zu verwenden, verringern die Attraktivität noch mehr. So entsteht kaum Routine im Umgang und die notwendigen Schritte sind jedes Mal neu zu durchdenken.

Nachdem der Mehrwert und ein Bedarf im Alltag der Konsumenten nicht offensichtlich sind, sehen die Ladenbesitzer keine Notwendigkeit, ihr Angebot zu erweitern. So entsteht insgesamt das Gefühl, das Zahlungsmittel sei zwar zukunftsorientiert, jedoch weder ausgereift noch alltagstauglich.

Mehrwert für die Verbraucher

Die gewohnte Plastikkarte wird am Kiosk, beim Bäcker oder im kleinen Café selten akzeptiert. Kleingeld und Portemonnaie sind in diesen Fällen der Standard. Das Smartphone wäre zur Hand und für den Großteil eine Erleichterung, die sie grundsätzlich begrüßen. Ähnliches gilt für die Verwendung an Automaten, Verkehrsmittel oder bei Ausflügen, Veranstaltungen und beim Sport. Mobiles Bezahlen ist viele potenzielle Nutzerinnen und Nutzer eine attraktive Alternative zu unhandlichem Münzgeld. Und nicht wenige verzichten gern gleich auf den ganzen Geldbeutel.

Gewünscht und gesucht wird eine geschützte Möglichkeit, die neuen Anwendungen in aller Ruhe zu erproben. Dafür kommen gesonderte Kassenbereiche mit geschultem Personal oder Wartebereiche in Bahnhöfen mit Automaten sowie die Fahrt im Taxi in Betracht. In solchen Situationen kann die elektronische Methode ohne Druck in aller Ruhe getestet werden. Obwohl sie das geeignete Szenario für einen Einstieg sind, gibt es solche sinnvollen Gelegenheiten in der eigenen Lebensumwelt kaum.

Gewünscht sind professionelle, einfache Informationen und Sicherheit

Ein spontaner Testkauf ist mit Mobile Payment schwer zu realisieren. Die verschiedenen Anbieter und deutlich unterschiedliche Verfahren verunsichern die Konsumenten. Diese scheuen den erheblichen Aufwand für die Recherche und die „Bürokratie“. Vor dem Ausprobieren ist das für sie günstigste Verfahren auszuwählen, die Anwendung zu installieren und Registrierung vorzunehmen. Sie wünschen sich persönliche, schrittweise und einfache Erläuterungen sowie übersichtlich gestaltete, erklärende Videos. Die Information soll nah an den eigenen Bedürfnissen im Alltag erfolgen. Dazu muss das Gefühl von Sicherheit im Umgang mit persönlichen Daten und dem Geld vermittelt werden. Einheitliche Kennzeichnungen, Prepaid-Funktionen oder Garantien vonseiten der Anbieter sind unerlässliche Bedingungen.

Nach den ersten, schweren Schritten wird schnell deutlich, wie vergleichsweiche einfach die Bedienung bei allen Verfahren ist. Das Einscannen eines QR-Codes oder NFC bereitet normalen Smartphone Nutzerinnen und Nutzern absolut keine Probleme.

Fazit

Der Erfolg von Mobile Payment am PoS stellt sich beim Konsumenten erst ein, wenn der konkrete Mehrwert im Alltag sichtbar wird. Solange die Diskussion in der Öffentlichkeit auf abstrakte Möglichkeiten in der Zukunft abzielt, bleiben zu viele Fragen offen.

Selbst für neue Methoden aufgeschlossene Menschen sehen wenige Gründe, sich mit der Technologie intensiver zu beschäftigen. Es liegt an den Anbietern auf dem Markt, über ihr Produkt mit den vorhandenen Vorteilen und Pluspunkten besser als bisher zu informieren. Denn nur wenn die Aufklärung der Verbraucher kundennah, transparent und alltagsbezogen erfolgt, kann Mobile Payment am POS überzeugen.

Über den Autor Emmanuel Kirse

„Herr Emmanuel Kirse ist seit über zehn Jahren im Umfeld der Zahlungsdienstleistungen für verschiedene Unternehmen aus E-Commerce bzw. Digital Sales tätig gewesen und ist bei der Novalnet AG verantwortlich für die Bereiche Compliance- und Support.“

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