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Umsatzsteigerung im Online-Handel durch Social Media

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Mittlerweile können Online-Händler eine Vielzahl an Kanälen nutzen, um Kunden ihre Produkte nahezubringen. Neben eigenen Online-Shops, Werbeanzeigen und Online-Marktplätzen nimmt auch Social Media einen immer größeren Stellenwert im täglichen Geschäft ein. Der Trend, dass soziales Netzwerken immer wichtiger wird, stellt Online-Händler jedoch vor die Qual der Wahl. Denn nicht immer sind die finanziellen und zeitlichen Ressourcen vorhanden, alle Social-Media-Plattformen gleichermaßen zu bespielen.

Social-Media-Präsenz: Kunden geben mehr Geld aus

Während Kunden früher als abgeschottete, analoge Wesen aufzufassen waren, ist der Online-Kunde von heute ein digitaler Verbraucher, der nicht nur einfach einkauft, sondern das Einkaufserlebnis als Ganzes zelebriert. Einer der fundamentalen Grundlagen des Erfolgs von sozialen Netzwerken ist der Wunsch vieler, das eigene Leben darzustellen und die Errungenschaften und Interessen zu teilen. Dienste wie Facebook, Twitter und Pinterest bieten Online-Händlern daher eine gute Möglichkeit, um eine starke Vernetzung mit den eigenen Kunden zu schaffen. Dies wiederum führt laut einer Studie der Universität Aalto (Finnland) in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Buffalo und der Texas A&M Universität zu einer Steigerung des Umsatzes im Online-Handel. So würden Kunden, die auch die Social-Media-Präsenz des Online-Shops nutzen, im Schnitt 5,6 Prozent mehr Geld ausgeben und den Online-Shop 5 Prozent häufiger besuchen als Kunden, die nicht über soziale Netzwerke mit dem Unternehmen Kontakt halten. Doch die Umsätze, die durch Social Media generiert werden können, sind von Plattform zu Plattform verschieden.

Facebook weiterhin Vorreiter auf dem Social-Media-Markt

Laut einer Studie von Adobe können mit einem Besucher auf dem Facebook-Profil eines Unternehmens im Schnitt 0,93 US-Dollar erwirtschaftet werden. Zwar fällt dieser Wert bei Twitter und Pinterest mit 0,44 bzw. 0,55 US-Dollar deutlich geringer aus. Allerdings konnten diese beiden Social-Media-Plattformen den Betrag in den vergangenen zwölf Monaten um beachtliche 300 bzw. 150 Prozent steigern. Bei Facebook ist der Umsatz, der mit einem Besucher des Unternehmensprofils durchschnittlich erwirtschaftet werden kann, im gleichen Zeitraum um lediglich 39 Prozent gestiegen. Doch nicht nur hinsichtlich der potenziellen Umsätze, die mit den Besuchern auf dem eigenen Profil erzielt werden können, unterscheiden sich die einzelnen Plattformen. Auch in Bezug auf die Darstellungsmöglichkeiten variieren die Social-Media-Kanäle zum Teil erheblich.

Twitter: Stilvolle Produktpräsentation problematisch

„In der Kürze liegt die Würze“ – dieses Motto könnte wohl als Konzept der Social-Media-Plattform Twitter gelten. Online-Händler, die Wert auf eine ansprechende Produktpräsentation und Bilder legen, haben bei diesem eher bilderlosen Konzept vielfach Schwierigkeiten. Allerdings gibt es auch bei Twitter die Möglichkeit, Bilder zu posten. Wichtig ist jedoch, dass die Bilder über pic.twitter.com eingestellt werden, damit sie auch auf der Timeline der Follower als Bild und nicht nur als Link erscheinen. Dies gilt gleichermaßen für Retweets. Hinzu kommt, dass der Kurznachrichtendienst eine Kooperation mit Stripe, einem Payment-Dienst, plant, um ins erfolgreiche Online-Geschäft einzusteigen.

Online-Händler können Facebook-Shops eröffnen

Für eine stilvolle Produktinszenierung mit aussagekräftigen Bildern bietet Facebook deutlich mehr Raum. So können Online-Händler auf der eigenen Facebook-Seite ausgewählte Produkte vorstellen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, eigene Facebook-Shops zu eröffnen. Allerdings wird diese Option nur verhalten genutzt. Denn problematisch ist hierbei, dass viele Unternehmen angesichts gravierender Veränderungen aus SEO-Sicht teils erhebliche Einbußen bei der Sichtbarkeit hinnehmen mussten. Um Posts hervorheben und damit eine gute Reichweite erzielen zu können, ist daher ein gewisses Budget vonnöten. Dieses steht insbesondere kleineren Online-Händlern nicht immer zur Verfügung.

Reichweite von Google Plus oft zu gering

Auch auf dem sozialen Netzwerk Google Plus können Bilder in repräsentativ und in großem Format veröffentlicht werden. Allerdings besteht hier nicht die Möglichkeit einen eigenen Shop zu eröffnen. Dementsprechend können die eigenen Produkte nur über einzelne Posts vermarktet werden. Des Weiteren wird von vielen Online-Händlern die geringe Reichweite dieses Kanals kritisiert. Im Gegensatz zu anderen Social-Media-Plattformen gestalten sich E-Commerce-Prozesse daher vergleichsweise schwierig.

Potenzial von Pinterest häufig unterschätzt

Auf dem Social-Media-Markt in Deutschland bislang vielfach noch unterschätzt, ist das Konzept von Pinterest nahezu optimal für die Einbindung in den Online-Handel geeignet. Das Layout ist eine Neben- und Aneinanderreihung von Bildern, die im Ganzen eine riesige Kollage ergeben. Neben der Präsentation von Küchenkreationen und der Veröffentlichung von eindrucksvollen Landschaftsfotos wird Pinterest von vielen Nutzern auch dazu genutzt, die neuesten Shopping-Errungenschaften vorzustellen. Dies wiederum kann andere Nutzer zum Kauf inspirieren und somit den Umsatz steigern. Des Weiteren können Unternehmen ihre Produkte hier repräsentativ zur Schau stellen und dank einer direkten Weiterleitung zum Online-Shop die Verkäufe anregen.

Fazit: Social-Media-Aktivitäten an eigene Zielgruppe und Kapazitäten anpassen

Wie sich gezeigt hat, können Social-Media-Plattformen nicht nur für die eigene Unternehmensdarstellung und zu Online-Marketing-Zwecken genutzt werden. Mitunter besteht auch die Möglichkeit, Produkte direkt über die sozialen Netzwerke zu verkaufen. Dabei müssen Online-Händler, denen nur ein knappes zeitliches und finanzielles Budget zur Verfügung steht, entscheiden, ob sie lieber alle Plattformen ein wenig bespielen oder sich auf eine oder einige wenige konzentrieren. Welche Plattform für welchen Online-Händler die geeignete ist, hängt unter anderem vom eigenen Angebot, den Vermarktungs- und Präsentationsmöglichkeiten sowie von der Zielgruppe ab. 

Über den Autor Marek Henschke

Marek Henschke ist seit dem Jahr 2006 im Online Marketing tätig und ist der Online Marketing Manager von der Novalnet AG.

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