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Verdrängungswettbewerb im Online-Handel nimmt weiter zu

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Online-Handel geprägt von anhaltendem Verdrängungswettbewerb

Der Wachstumsmotor des Einzelhandels in Deutschland ist derzeit ganz klar der Online-Handel. Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet allein für dieses Jahr Umsatzsteigerungen im Online-Handel von rund 17 Prozent. Angesichts dieser rasanten Entwicklung bereitet der auf Mode spezialisierte Handelsriese Zalando sogar den Börsengang vor. Experten warnen jedoch vor einer allzu großen Euphorie, da der Online-Handel zunehmend einem Haifischbecken gleiche. Wie Kai Hudetz, Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH), betont, werde der Verdrängungswettbewerb im Online-Handel weiter anhalten. Seiner Ansicht nach werden neun von zehn reinen Online-Händlern den Markt wieder verlassen. Auf Dauer bestehen würden nur der Online-Marktplatz Amazon, klassische Händler mit Multi-Channel-Angeboten wie beispielsweise Media Saturn, Hersteller, die eigene Onlineshops betrieben wie Esprit und H&M, sowie einige wenige reine Online-Händler.

Sortimentsstarke Shops bestehen im Verdrängungswettbewerb

Auch der Leiter des eWeb Research Centers der Hochschule Niederrhein, Gerrit Heinemann, prognostiziert einen zunehmenden Verdrängungswettbewerb im Online-Handel. Seiner Ansicht nach basiert der Auswahlprozess im Online-Handel auf dem Prinzip des „Kategorie-Killers“: Diejenigen Online-Shops, die in einer bestimmten Warengruppe das umfangreichste Sortiment anbieten, haben die besten Aussichten auf Erfolg. Angesichts der mittlerweile erlangten Marktstellung erwarten die Experten, dass Zalando den Verdrängungswettbewerb unbeschadet überstehen werde. Nach der Otto-Gruppe rangiert Zalando bei den Mode-Anbietern im Netz auf dem zweiten Platz – und damit noch vor Amazon. Wie Hudetz weiter ausführt, habe Zalando nur so stark wachsen können, weil Amazon im Bereich Mode bislang vergleichsweise schwach aufgestellt ist.

Konkurrenten könnten schnell nachziehen

Angesichts der Schnelllebigkeit des Internets könne sich jedoch kein Akteur auf solchen Erfolgen ausruhen. Hudetz zufolge werde Amazon in den kommenden Jahren diese Lücke im Sortiment schließen und an dieser Stelle angreifen. Zugleich bietet der Online-Handel noch viel Potenzial. Im Fashion-Bereich könnte der Online-Handel seinen Umsatzanteil bis 2020 auf mehr als 32 Prozent steigern, so die Schätzungen des IFH. Derzeit liegt der Anteil noch bei 18,9 Prozent. Maßgeblich für diese Entwicklung ist Hudetz zufolge, dass der Online-Einkauf im Fashion-Bereich für die Kunden so bequem ist. Die Ware kann in aller Ruhe zuhause anprobiert und auch wieder zurückgeschickt werden, sollte sie nicht gefallen. Angesichts dieser Vorzüge sei ein nahezu unbegrenztes Wachstum denkbar.

Preistransparenz im Netz verhindert steigende Gewinnmargen

Als problematisch könnten sich künftig jedoch die geringen Margen erweisen. Denn nur weil die Umsätze steigen, heißt dies nicht zwangsläufig, dass auch die Gewinne zunehmen. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die Preistransparenz im Netz eine Steigerung der Gewinnmarge deutlich erschwert, erklärt Heinemann.

Über den Autor Holger Bosk

Holger Bosk ist Chief Software Architect bei der Novalnet AG. Zu dem hat er noch jahrelange Erfahrung im Payment-Sektor ...

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