E-Payment – wann Online-Händler auf Payment-Service-Provider setzen sollten

von | 2018-06-29T08:06:57+00:00 02.04.2014|Allgemein, Payment|
Das Internet als Einkaufs- und Vertriebskanal gewinnt immer mehr an Bedeutung. Um jedoch im E-Commerce erfolgreich sein zu können, müssen Online-Händler für eine internetgerechte und reibungslose Zahlungsabwicklung sorgen. Das bedeutet, dass einerseits die Kosten der Zahlungsabwicklung reduziert, andererseits Zahlungsausfälle bzw. -verzögerungen möglichst vermieden werden. Damit Online-Händler jedoch ihre eigentliche Aufgabe, das Verkaufen, nicht aus den Augen verlieren, sollten sie bei der Zahlungsabwicklung unter Umständen auf die Unterstützung von Payment-Service-Providern zurückgreifen. Hierbei handelt es sich um Unternehmen, die Onlineshops bei der technischen Anbindung an Zahlungsdienstleister wie beispielsweise Banken oder Kreditkarten-Acquirer unterstützen. Für Online-Händler reduziert sich so nicht nur der Aufwand für die Abwicklung und Integration verschiedener Zahlungsverfahren, sondern sie können auch zusätzliche Leistungen wie das Risikomanagement auslagern und müssen die Sicherheitsstandards von Kreditkartenunternehmen nicht selbst erfüllen.

Mehr Zahlungsverfahren anbieten dank Payment-Service-Providern

Bietet ein Onlineshop mehrere Zahlungsverfahren an, wirkt sich dies positiv auf die Kaufabbruchquote aus, so das Ergebnis der Studie „Erfolgsfaktor Payment“, die im Rahmen des Projekts „E-Commerce-Leitfaden“ durchgeführt wurde. So würden 80 Prozent der Kunden den Kauf abbrechen und einen alternativen Anbieter mit weiteren Zahlungsverfahren suchen, wenn einzig die Zahlung per Vorkasse ausgewählt werden könne. Angesichts der Vielzahl an Onlineshops dürften sie in den meisten Fällen auch fündig werden. Daher sollten Online-Händler auch die aus Kundensicht attraktiven Verfahren wie Lastschrift, Kauf auf Rechnung oder Kreditkarte in ihr Bezahlsystem integrieren. Wird etwa die Zahlung per Rechnung angeboten, sinkt die Kaufabbruchquote durchschnittlich um 80 Prozent. Allerdings ist die Integration weiteren Zahlungsverfahren auch immer mit zusätzlichem technischem und organisatorischem Aufwand verbunden. Wird hingegen die Leistungen eines Payment-Service-Providers in Anspruch genommen, können zusätzliche Zahlungsverfahren je nach Bedarf hinzu- und wieder abgeschaltet werden. Online-Händler können auf diese Weise herausfinden, welche Zahlungsmöglichkeiten die eigenen Kunden bevorzugen, und ihr Zahlungsportfolio entsprechend optimieren. Darüber hinaus können auch die Erstellung von Berichten sowie die Einreichung von Zahlungsdaten automatisiert und damit die Abwicklungskosten der jeweiligen Zahlungsverfahren weiter gesenkt werden.

Payment-Service-Provider übernehmen Risikomanagement

Online-Händler können zudem im Bereich der Betrugsprävention auf die Dienste von Payment-Service-Providern zurückgreifen. Gerade bei Zahlungen per Lastschrift oder Rechnung besteht das Risiko, dass Lastschiften nicht eingelöst beziehungsweise zurückgebucht oder dass Rechnungen nicht beglichen werden. Damit die zusätzlichen Bestellungen aufgrund der Vielzahl angebotener Zahlungsverfahren sich auch in höheren Gewinnen niederschlagen, bieten Payment-Service-Provider auch Dienstleistungen in den Bereichen Inkasso und Risikomanagement. So sind beispielsweise die Überprüfung der Zahlungsfähigkeit der Kunden oder die Übertragung ausstehender Forderungen an die Inkassostelle des Payment-Service-Providers über eine einzige Schnittstelle möglich.

PCI-Zertifizierung nicht erforderlich

Nutzen Online-Händler, die die Zahlung per Kreditkarte anbieten, die Dienste eines Payment-Service-Providers, profitieren sie zudem davon, dass sie selbst keine PCI-Zertifizierung benötigen. Jedes Unternehmen, das die Daten von Kreditkarteninhabern verarbeitet oder speichert, muss sich nach dem sogenannten Payment Card Industry Data Security Standard, kurz PCI DSS, zertifizieren lassen. Dieser Standard wurde von den Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard geschaffen, um den Missbrauch von Kartendaten zu vermeiden. Wird die Kreditkartenzahlung nun über einen Payment-Service-Provider abgewickelt, müssen Online-Händler selbst keine Karteninhaberdaten speichern. Dementsprechend müssen sie auch nicht den teils teuren Zertifizierungsprozess durchführen.

von | 2018-06-29T08:06:57+00:00 02.04.2014|Allgemein, Payment|

Über den Autor:

Holger Bosk
Holger Bosk ist CTO der Novalnet AG. Er verfügt über langjährige Erfahrungen im Payment-Sektor.
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