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SEPA-Organisation – Wissenswertes zum EPC, SEPA-Rat & Co.

SEPA-Organisation

Um die SEPA-Einführung begleiten und mitgestalten zu können, wurden sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene verschiedene Gremien etabliert:

  • European Payments Council (EPC)
  • SEPA-Büro
  • Deutsches SEPA-Komitee
  • Deutscher SEPA-Rat

European Payments Council

Das EPC (European Payments Council, europäischer Zahlungsverkehrsrat) wurde im Juni 2002 gegründet und gilt als das wichtigste Gremium der europäischen Kreditwirtschaft im Zusammenhang mit der SEPA-Einführung. Die Schaffung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion wurde bereits am 7. Februar 1992 im Vertrag von Maastricht vereinbart. Als eines der Hauptelemente des Vertrages wurde festgehalten, dass in allen Teilnehmerländern der Euro als gesetzliches Zahlungsmittel einzuführen sei. Als Termin für die Einführung des Euro als Buchgeld wurde der 1. Januar 1999 festgelegt. Als Bargeld sollte er zum 1. Januar 2002 eingeführt werden. Im Zuge der Vorbereitungen für die Euro-Implementierung hat das EU-Parlament am 27. Januar 1997 eine Richtlinie erlassen, die Regelungen zu grenzüberschreitenden Überweisungen beinhaltet. Ziel der Richtlinie war, dass bei grenzüberschreitenden Überweisungen die Angebote der Zahlungsdienstleister verbessert und effizienter gestaltet werden sollten. Laut einer Mitteilung der EU-Kommission an den EU-Rat und das EU-Parlament vom 31. Januar 2001, die sich mit der Optimierung der Angebote im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr befasste, konnte diese Zielsetzung jedoch nicht erreicht werden. Aus diesem Grund erließen EU-Kommission und EU-Rat im Dezember 2001 die EU-Preisverordnung, der zufolge die Kosten für den Zahlungsverkehr in Euro und dem inländischen Zahlungsverkehr zu vereinheitlichen sind. Auch wenn die europäischen Banken gegen die Umsetzung dieser Verordnung Wiederspruch einlegten, wurde sie schließlich durchgesetzt, da die Banken auf freiwilliger Basis bei der Vereinheitlichung der Preise keine Fortschritte erzielt hatten. Um keine weiteren gesetzlichen Regelungen auf diesem Gebiet erforderlich zu machen, sollte ein institutioneller Rahmen für die Aktivitäten der europäischen Zahlungsdienstleister zur Verbesserung und Vereinheitlichung des Massenzahlungsverkehrs innerhalb der EU geschaffen werden. Auf Grundlage eines Workshops, der 2002 in Brüssel stattfand und an dem neben 42 Großbanken und Verbände teilnahmen, wurde das European Payments Council im Sommer 2002 gegründet. Das Plenum des EPC setzt sich aus 74 Mitgliedern zusammen, zu denen europäische und nationale Bankenverbände sowie Vertreter von Banken zählen. Wie viele Sitze ein Land im EPC-Plenum erhält, wird danach bestimmt, wie hoch die Anzahl der Zahlungsverkehrstransaktionen in dem betreffenden Land ist. Allerdings kann ein Land höchstens acht Sitze erhalten. In den Plenumssitzungen, die etwa im Drei-Monats-Rhythmus stattfinden, werden die in verschiedenen Arbeitsgruppen erarbeiteten Beschlüsse vom EPC verabschiedet. In der EPC-Roadmap sind die vom EPC definierten Zielsetzungen festgehalten.

SEPA-Büro

Die Spitzenverbände der deutschen Kreditwirtschaft, die im Zentralen Kreditausschuss (ZKA) zusammengeschlossen sind, haben 2004 das ZKA-Büro SEPA, kurz SEPA-Büro, gegründet. Der ZKA wurde im August 2011 in die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) umbenannt. Ziel des SEPA-Büros war es, das bisherige Engagement der deutschen Kreditwirtschaft im Zusammenhang mit der SEPA-Einführung zu bündeln und zu intensivieren, um auf lange Sicht die Entwicklung und Verbesserung der in ganz Europa nutzbaren Zahlungsverkehrsprodukte voranzutreiben. Bereits vor der Gründung des SEPA-Büros hat der Zentrale Kreditausschuss an Entscheidungsgremien und Arbeitsgruppen des EPC teilgenommen und so die Entwicklungen im europäischen Zahlungsverkehr aktiv begleitet. Um diese Arbeit verstärken und deutsche Interessen und Positionen im EPC vertreten und einbringen zu können, wurde das SEPA-Büro ins Leben gerufen. Die organisatorische Betreuung des SEPA-Büros wird vom jeweiligen Federführer übernommen. Zu den Hauptaufgaben des SEPA-Büros zählen neben der Mitarbeit im EPC die Abstimmung der deutschen Verhandlungspositionen, die Koordinierung und Durchführung von Treffen der deutschen SEPA-Gremien, die Kommentierung und Stellungnahme zu eingehenden EPC-Dokumenten und anderen aktuellen Papieren und Themen sowie die Integration von Institutsvertretern, um qualitativ hochwertige und praxisnahe Ergebnisse sicherstellen zu können.

SEPA-Komitee

Das deutsche SEPA-Komitee gilt als das oberste zahlungsverkehrspolitische Gremium, dessen Hauptaufgabe die strategische Sicherung einer schnellen SEPA-Umstellung ist. Gegründet wurde das SEPA-Komitee am 13. September 2006 von der deutschen Bundesbank und den Spitzenverbänden der deutschen Kreditwirtschaft, die im Zentralen Kreditausschuss (ZKA) – im August 2011 in die Deutsche Kreditwirtschaft umbenannt – zusammenarbeiten. Darüber hinaus obliegt dem Deutschen SEPA-Komitee die fortlaufende Beobachtung und Auswertung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie der hiermit einhergehenden Risiken.

Deutscher SEPA-Rat

Im Mai 2011 haben die Deutsche Bundesbank und das Bundesministerium der Finanzen nach dem Vorbild des EPC den Deutschen SEPA-Rat gegründet, zu dem sowohl Vertreter der Nachfragerseite wie Versicherungen, Handel und Wohlfahrtsorganisationen als auch Spitzenvertreter der Angebotsseite (Kreditwirtschaft) des deutschen Zahlungsverkehrsmarktes zählen. Aufgabe des SEPA-Rates ist es, einerseits den Dialog zwischen Endnutzern und der Kreditwirtschaft zu fördern und andererseits die Konsensfindung voranzubringen. Auf diese Weise sollen gemeinsame Positionen für die SEPA-Einführung in Deutschland entwickelt und eine nutzerfreundliche SEPA-Implementierung sichergestellt werden