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Prozessor

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Prozessor

Als Prozessor bezeichnet man den Partner in einem Bezahlvorgang im Rahmen eines Kartengeschäfts, der sich um die Bereitstellung der technischen Basis kümmert. Er ist dafür zuständig, dass alle Zahlungen technisch einwandfrei durchgeführt werden. Zusätzlich übernimmt ein Prozessor zahlreiche weitere Nebenaufgaben vom Acquirer oder der Issuer-Bank. In nur wenigen Fällen nehmen der Acquirer oder die Issuer-Bank gleichzeitig auch die Aufgaben des Prozessoren wahr.

Aufgaben des Prozessors

Der Prozessor ist allgemein dafür zuständig, das erforderliche Netz zur Verfügung zu stellen. Dieses wird in den meisten Fällen auch durch ihn betrieben. Die Payment Service Provider, die mit dem technischen Dienstleister zusammenarbeiten, nutzen dieses Netz und richten hierfür eine technische Anbindung ein. Prozessoren übernehmen zusätzlich die Kartenverwaltungsaufgaben, die eine ausgebende Bank im Regelfall zu erfüllen hat. Dazu gehören nicht nur die Bereitstellung der technischen Basis, sondern auch Aufgaben wie die Autorisierung, die Karten-Echtheitsprüfung und die Fälschungsabwehr, die Bearbeitung von Reklamationen und Missbrauch, die Ausstellung von Ersatzkarten und Rechnungen und viele weitere. Der Prozessor überprüft eingehende Transaktionen und autorisiert deren Durchführung. Dabei werden außerdem die Kreditlimits überwacht. Der Zahlungsverkehr, auch als Clearing bezeichnet, gehört ebenfalls zum Leistungsspektrum eines Prozessors.

Umfang der Tätigkeit eines Prozessors

Ein Prozessor übernimmt nicht zwingend die gesamte Bandbreite dieser Leistungen. In Abhängigkeit davon, wie eine Kreditkartengesellschaft organisiert ist, kann sie auch mehr oder weniger große Teile der Abwicklung von Transaktionen selbst übernehmen. Es gibt Kreditkartengesellschaften, die überhaupt keine Aufgaben an einen Prozessor auslagern, sondern alle anfallenden Aufgaben im eigenen Unternehmen durchführen. Der genaue Umfang der Tätigkeit eines Prozessors definiert sich dementsprechend nach den Vereinbarungen der beteiligten Partner.

Umgang mit Betrug und Missbrauch

Laut des Statistischen Bundesamtes gibt es jährlich mehrere tausend Fälle von Kredit- und Scheckkartenbezug. Für Ausfälle durch Betrügereien und die missbräuchliche Verwendung von Kreditkarten entstehen jährlich Schäden in Millionenhöhe. Um diese Quote zu senken, arbeitet ein Prozessor Tag für Tag daran, Sicherheitsmechanismen für die Kreditkartenzahlung zu entwickeln, die insbesondere die Abwicklung von Zahlungen im Internet sicherer machen sollen. Denn gerade hier ist das Ausspähen von Kreditkartendaten über Trojaner und Phishing-Attacken wesentlich einfacher möglich als bei der Offline-Kreditkartenzahlung. Einer Studie von Eurostat zufolge haben im Jahr 2010 rund drei Prozent der deutschen Internetnutzer einen finanziellen Schaden durch Phishing oder Betrug erlitten, was die Brisanz dieser Bemühungen zusätzlich unterstreicht.